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Interview mit dem Geschäftsführer

Der Journalist H. Hatt zu Besuch beim Geschäftsführer Benjamin Altkorn
 
H. Hatt: Sie sind seit vielen Jahren im Tauchgeschäft tätig. Wie sind Sie eigentlich erstmalig mit dem Tauchen in Berührung gekommen?
 
B. Altkorn: Motivation war schon als kleiner Junge Filme mit Mike Nelson auch als "Sea Hunt" Serie bekannt und die fantastischen Filme von und mit Jacques Yves Cousteau. Meine Eltern sind eigentlich nie mit dem Tauchen in Berührung gekommen. Nur ich hatte sie siet ungefähr meinem 6ten Lebensjahr damit genervt, dass ich tauchen lernen wollte. Besonders beeindruckte mich immer wieder die gelegentliche Austellung von einem Tauchgerät beim ortsansässigen Sporthändler. Als es im meinen weiteren Schülerleben darum ging, entsprechende gut Zensuren zu erreichen, um die Qualifikation zum Eintritt in das Gymnasium zu erreichen, gaben mir meine Eltern ein Versprechen: " Wenn du deine Noten entsprechend verbesserst, dass du ins Gymnasium kommen kannst, dann ermöglichen wir dir Teilnahme an einem Tauchkurs."
Gesagt...getan. Dann standen meine Eltern vor einem Problem. Wo und wie kann ein gerade 10 jähriger Junge eine Tauchkurs absolvieren.
Der örtliche VDST Tauchclub war sehr überrascht als meine Mutter mit ihrem Sprössling mit ihrem Anliegen im Clubheim vorstellig wurde.
Nach einem guten halben Jahr Training und Ausbildung erhielt ich am 1.Juni 1970 den VDST Sporttauchschein, mit entsprechnder Sondergenehmigung als einer der jüngsten damaligen VDST Sporttaucher. Dank der Geduld und Mühen meiner Eltern und damaliger Vereinsmitglieder, hatte ich sehr viel Gelegenheit in heimischen Baggerseen und auch in bayerischen und österreichischen Bergseen Taucherfahrungen zu sammeln. Mit 13 Jahren hatte ich dann erstmalig die Gelegenehit mit einem erwachsenen Vereinsmitglied eine zweiwöchige Reise in den Sinai (Rotes Meer) zu unternehmen. Der Tauchervirus hatte mich komplette befallen.

H. Hatt: Wann haben Sie beschlossen, das Hobby zu Ihrem Beruf zu machen?
 
B. Altkorn: Eigentlich schon so ungefähr mit 16 Jahren. Ich hatte bereits zwei Jahre später, also mit 18 Jahren, meine Tauchlehrer-Lizenz.

H. Hatt: Wie hat sich Ihr Unternehmen im Laufe der Jahre entwickelt?

B. Altkorn: Noch während meines Machinenbaustudiums hatten einige Freunde und ich die Idee einen Tauchshop mit Tauchschule zu gründen. Aus diesem ersten in Darmstadt 1983 gegründete Tauchshop, der innerhalb kurzer Zeit zum PADI 5Star Instructor Development Center avancierte, folgte die Eröffnung einer Zweigstelle in München an der Leopoldstraße und die Eröffnung einer Tauchschule in Belize.
Seit ungefähr 4 Jahren sind wir nun im Industriegebiet in München-Gräfelfing ansässig.
 

H. Hatt: Gab es auch Rückschläge oder Momente, in denen Sie an Ihrer Entscheidung gezweifelt haben?
 
B. Altkorn: Oh ja, es gab in den 30 Jahren immer wieder Momente, an denen ich gezweifelt habe, das Richtige getan zu haben.
Insbesondere wenn wir taucherisches Neuland betreten haben, wie z.B. PADI Tauchschule oder das technische Tauchen in Duetschland zu etabalieren. Es gab vor ca. 20 Jahren noch keine richtigen anwendbare und gesetzlich gültigen Regeln für das Verwenden von Mischgasen, wie Nitrox oder Trimix in Deutschland. Meine Frau, als Anästhesistin - also “Gasfrau” und ich haben eien Menge Anstrengungen auf uns genommen, um unseren interessierten Schülern gesetzeskonform das Mischgastauchen beizubringen.

H. Hatt: Muss man sich als Tauchtechnik-Händler weiterbilden und wie geschieht das?
 
B. Altkorn: Selbsverständlich. Aus-und Weiterbildung ist essentiell für einen Lehrer der einen kompetenten und zeitgemäßen Unterricht mit entsprechendem Sicherheitsaspekten abhaltren möchte. An viele Weiterbildungskursen haben wir in den USA und in Europa teilgenommen. Hauptsächlich im Technischen Tauchen waren die beste Informationsquellen in den USA anzufinden. Die Teilnahme an Technik-Seminaren bei den führenden Tauchausrüstungsherstellern ist doch obligatorisch, wenn man entsprechend gute Arbeit ausführen möchte.
 

H. Hatt: Wann kam eigentlich die Spezialisierung auf "Technisches Tauchen"?
 
B. Altkorn: 1992 in Florida. Ausbildung zum Höhlentaucher (NACD Full Cave Diver) und dann mehrmals jährlich wieder in die USA für weitere Kurse bis hin zum Trimix-Intructor Trainer

H. Hatt: Gibt es bei der Tauchausrüstung Dumping-Preise, z. B. mit Ware aus China?
 
B. Altkorn: Das Internet ist auch vom Tauchmarkt weltweit nicht wegzudenken. Dies hat große Auswirkungen auf die Preisgestaltung der Tauchausrüstung genommen. Der “Global Diver” kauft als Schnäppchen z.B. seinen Atemregler in den USA, den Tauch-Computer in Spanien, die Flossen in Italien, bucht den Tauchurlaub im Internet und erwartet aber den Fachservice beim örtlichen Tauchsporthändler mit Beratung, Kauftips, Anprobe und Urlaubstipps. Gekauft wird aber oftmals des Preises wegen im Internet. Persönliche Kontakte und eine gewachsene Vertrauensbasis zu seinem Tauchsporthändler um die Ecke bleiben oft auf der Strecke. Vom Flaschenfüllen kann kein Händler überleben.
 
H. Hatt: Unterhalten Sie Kontakte zu Lieferanten im Ausland?
 
B. Altkorn: Als Unternehmen, dass sich auf innovative Produkte und massgeschneiderte Lösungen im ganzen Bereich des Tauchens spezialisiert hat, beziehen wir einen sehr großen Anteil unseres Produktsotiments aus dem Ausland. Wir sind seit ca. 18 Jahren Dive Rite Importeur, eines der besten Tauchausrüstung für das technische Tauchen.

H. Hatt: Tauchen Sie selbst noch aktiv und wie oft oder wie lange im Jahr?
 
B. Altkorn: Meine Frau und ich gehen momentan leider nicht mehr so oft wie früher zum tauchen. Ds bedauern wir sehr. Wir hoffe, dass wir dies bald wieder ändern können. Wir sind beide in unseren Berufen mit den alltäglichen Dingen so eingespannt, dass es mit einigen Ausnahmen, die Tauchgänge im Urlaub abgehalten werden.
 

H. Hatt: Bieten Sie ausser dem Verkauf von Waren auch Dienstleistungen an wie zum Beispiel Flaschenfüllen oder Kurse?

B. Altkorn: Das ist eine gute Frage. Momentan bieten wir kein Flaschenfüllen und keine Tauchkurse an. Der Aufwand ist sehr groß und der augenblickliche Preis kann unseren Aufwand noch nicht einmal annähernd decken. Sollte sich die Marktsituation ändern, werden wir entsprechend reagieren.
Wir bieten nach wie vor Sonderkurse bzw. Einzelkurse für Film-und Fernsehen an. Auch stehen wir diesen Unternehmungen und anderen Institutionen oft mit beratender Tätigkeit zur Seite. Ob Rettungsdienste, Forschungsprojekte oder Sicherheitsaufgaben wir stehen oft beratend und direkt mitwirkend den Kunden zur Seite.
 

H. Hatt: Was fällt Ihnen zu Chancen und Risiken des Internet ein?
 
B. Altkorn: Das Internet ist eine fantastsiche Informationsquelle. Innerhalb von kurzer Zeit kann ich Produkte und Themen recherieren und möglicherweise eine Antwort auf meine Fragen finden. Aber der Wahrheitsgehalt ist leider nicht eindeutig bestimmbar. Jeder kann veröffentlichen was und wo er will, keiner prüft den Wahrheitsgehalt. Die Informationflut überfordert den Anwender und die Entscheidungen werden nicht unbedingt besser, im Vergleich zur Pre-Internet-Aera. In letzter Zeit werden dazu immer häufiger Produkt-und Händlerbewertungen kritisiert. Der tatsächliche Wahrheitsgehalt ist sehr anzuweifeln.
 

H. Hatt: Wie sind Ihre Zukunftspläne?
 
B. Altkorn: Mein Beruf macht mir seit 30 Jahren sehr viel Freude. Die Freunde und Bekannte auf der ganzen Welt machen uns glücklich. Wir möchten unseren Kunden mit unserer Erfahrung und einer entsprechenden Produktauswahl und Service im ganzen Thema rund um das Tauchen zur Seite stehen. Schwerpunkt ist aber wie seit ca. 10 Jahren das professionelle Tauchen.

H. Hatt: Welche Qualifikationen haben Sie im Tauchsport erworben? Sind Sie Ausbilder oder dergleichen?

B. Altkorn: Ja, Ja.. so alles mögliche was man benötigt, PADI Course Director und Technical Diving Instrutor Trainer, Ausbildung für Tauchgerätetechniker, usw.
 

H. Hatt: Haben Sie schon Extremtauchen betrieben (Höhlen, Tieftauchen, Bergtauchen)?

B. Altkorn: Das gehört zu unserem Aktionsbereich.
 

H. Hatt: Was sollte man beachten, wenn man mit dem Hobby tauchen beginnen möchte?
 
B. Altkorn: Das Tauchen besteht aus drei sehr eng miteinander verbundenen Säulen:
Ausbildung, Ausrüstung und Erfahrung. Fehlt einer dieser Säulen wird das Ganze mehr und mehr
zum waghalsigen Unternehmen. Darüber sollte sich jeder vernüftige Mensch im klaren sein.

H. Hatt: Macht es Sinn, sich eine eigene Tauchausrüstung zu kaufen?
 
B. Altkorn: Grundsätzlich ja -wenn man eines der drei wichtigen Säulen nicht vernachlässigen möchte.
 
H. Hatt: Wie sehen Sie die Chancen, eine Arbeit zu finden, die mit dem Tauchen zu tun hat? Gibt es Ausbildungsplätze?

B. Altkorn: In Deutschland ist es fast unmöglich einen Fulltime Job in diesem Bereich zu finden. Man kann einen Lehrberuf, der in der Weiterbildung eine Ausbildung zum Berufstaucher ermöglicht ergreifen. Es gibt sehr wenig Ausbildungsplätze und Arbeitsmöglichkeiten.
Wenn man als junger Mensch einige Erfahrung für wenig Einkommen im Ausland sammeln möchte, dann besteht nach wie vor die Möglichkeit als Tauchlehrer auf einer Tauchbasis in Ausland, weltweit, zu arbeiten.

H. Hatt: Danke für das Gespräch, ich wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft!



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